Neuseeland geht neue Wege – alle Tiere sind als fühlende Wesen anerkannt - Weltaktuell

Neuseeland geht neue Wege – alle Tiere sind als fühlende Wesen anerkannt

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Wie sieht der Tierschutz in der Europäischen Union aus?

Im Art. 13 des Tierschutzgesetzes regelt die europäische Union den Umgang mit Tieren. Auch hier erfolgt die Anerkennung der Tiere als fühlende Wesen. Im gleichen Artikel findet man ebenfalls die nachdrückliche Forderung nach einem Tierschutz auf hohem Niveau. Im Gesetzestext steht ausdrücklich, dass alle erforderlichen Handlungen zum Wohlergehen der Tiere als fühlende Wesen Rechnung getragen werden müssen.

Leider mussten deutsche Tierfreunde erfahren, dass trotz ausdrücklicher Forderung nach einem besseren Schutz der Tiere gemäß dem deutschen Grundgesetz, eine Umgestaltung bislang nicht durchsetzbar war. Seit fast 17 Jahren steht der Tierschutz auf der Agenda, trotzdem hat sich in der Realität bisher kaum etwas verbessert.

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Im Januar 2017 jedoch veröffentlichte das EU-Parlament eine Studie “Tierschutz in der Europäischen Union“, die zu dem Ergebnis kam, dass sowohl Tierschutzpolitik als auch Gesetzgebung zum Tierschutz in der EU weitestgehend ausgebremst würde.

Die meisten Rechtsvorschriften sind darauf ausgerichtet, Industrie und Tierschutz in Einklang zu bringen. Dieser Spagat führt dazu, dass der Tierschutz in der EU hauptsächlich industriefreundlich ist und weniger dem Schutz und der Fürsorge der Tiere dient.

In vielen EU-Gesetzen werden Tiere weiterhin als Sachen, Waren, lebende Produkte oder Eigentum im Sinne von einer Sache verstanden.

Die bestehenden Gesetze sind nicht in der Lage, absichtliche oder wirtschaftlich motivierte Tierquälerei zu vermeiden.

Der renommierte Biologe und Autor D.M. Broom von der Cambridge Universität hat sich in einer maßgeblichen Studie mit der Politik zum Schutz der Tiere innerhalb der Europäischen Union befasst. Er kam zu folgendem Ergebnis: Die Tierschutzpolitik der Europäischen Union und die damit einhergehende Tierschutz-Gesetzgebung üben einen großen Einfluss auf Tiere und die weltweite Biodiversität aus.

Unter Biodiversität versteht man eine Art Parameter, in der die Fülle verschiedenen Lebens in einem festgelegten Lebens- oder Landschaftsraum gemessen werden kann.

Der Experte sprach dahingehend eine Empfehlung aus, bereits vorhandene und auch künftige EU-Rechtsnormen auf den Prüfstand zu stellen, um zu erkennen, welche Auswirkungen sie auf das Leben von Tieren haben. Schlussendlich müssen künftig die Rechtsvorschriften derart überarbeitet werden, dass die Ziele im Tierschutz der Europäischen Union erreicht werden können.

Als zentraler und bedeutender Faktor erachtet Broom die Ausarbeitung eines innovativen EU-Tierschutzgesetzes, sowie konkreter Gesetze für weitere Tierarten.

Können Tiere tatsächlich fühlen?

Für Tierbesitzer existiert diese Frage, ob Tiere tatsächlich fühlen können, nicht.

Für viele Menschen ist die Vorstellung eines fühlenden Hundes, der traurig sein kann, eines Affen, der Verständnis zum Ausdruck bringen kann oder gar ein Elefant, der Mitgefühl zeigen kann, absolut unrealistisch.

Sind Tiere tatsächlich in der Lage, sich in andere Tiere oder gar in Menschen hineinzuversetzen? Kann man Tieren Emotionen wie Empathie, Altruismus, Fairness oder gar ein Gerechtigkeitsgefühl zubilligen?

Mittlerweile gibt es neue Erkenntnisse aus der allgemeinen Verhaltensforschung der Tiere, die unsere bisherige Vorstellung der tierischen Gefühlswelt revolutionieren. Was Tierbesitzer immer schon wussten, nämlich, dass ihr heiß geliebtes Haustier ein empathischer Zuhörer und gefühlvolles Familienmitglied ist, scheint nunmehr durch die Tierforschung bestätigt zu sein.

Der europäische Rechnungshof hat die Empfehlung ausgesprochen, dass die Methoden und Strategien zum Tierschutz neu bewertet werden sollen. Das ist überaus sinnvoll. Denn nur mit einer Neubewertung können auch positive Konsequenzen stattfinden. Erfolgt dies nicht, ist die Anerkennung von Tieren als gefühlvolle und fühlende Wesen kontraproduktiv und schlichtweg umsonst.

Als Tierschützer kann man nur hoffen, dass Neuseeland nicht nur einen zukunftsweisenden Paradigmenwechsel im Tierschutz angestoßen hat, sondern dass die praktische Umsetzung und Ausführung dieser Gesetzesänderung erfolgreicher ist als die Vorgehen im Tierschutz der Europäischen Union und ihrer Mitgliedstaaten.

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